05. October 2021 · Jonas Klinkenberg


Die CNC-Fräse ist das Herzstück vieler modernen Schreinereien, denn sie ermöglicht dem jeweiligen Unternehmen, Werkstücke von allen Seiten zu bearbeiten. Dazu zählen Bohrungen, Fräsungen und Sägeschnitte. Im Regelfall und bei gut digitalisierten Betrieben erfolgt die Programmierung von den jeweiligen Bauteilen direkt durch das verwendete CAD-Programm (CAD = Computer Aided Design) und den zuständigen CAD-CAM-Anbindungen (CAM = Computer Aided Manifacturing). Doch es geht selbstverständlich auch "zu Fuß", wie das folgende Beispiel zeigt.

Beispiel: Fräsen einer Zeichnung in einen Plattenwerkstoff
In der CNC-Vorbereitung wurden aus einer Computerzeichnung (DWG oder DXF Format) die Konturen der verschiedensten Bearbeitungen in das CNC-Bearbeitungsprogramm importiert. Hier wurden nun die einzelnen Konturen mit den verschiedenen Fräswerkzeugen, deren Vorschubgeschwindigkeiten, den entsprechenden Drehrichtungen und Anfahr- beziehungsweise Abfahrbewegungen belegt. Um die Konturen und den Plattenwerkstoff besser erkennen zu können, wurden die Konturverläufe größtenteils mit einem kleineren Hohlkehlfräser gefräst. Somit konnte eine deutlich bessere Haptik der Fräsung erreicht werden.

Mit den passenden Fräsern kann fast jeder Werkstoff gefräst werden. Ein gut aufgestellter Schreiner ist in der Lage, Massivholz, Plattenwerkstoffe, Kunststoffe, Plexiglas und Aludibond oder ähnliche Werkstoffe zu fräsen. Gefräst wird übrigens nicht nur vom Schreiner. Steinmetze nutzen diese Technik ebenfalls, um zum Beispiel Waschbecken aus vollem Steinmaterial zu fräsen oder um spezielle Formen zu fräsen. Zwar sind beim Fräsen von Steinmaterialien andere Dinge zu beachten als bei Holz, aber die grundlegende Technik ist dieselbe. Auch Carbon und andere Faserwerkstoffe werden gerne in der Industrie mit CNC-Fräsen bearbeitetet.

Welche Holzarten eignen sich zum Fräsen? Es können grundsätzlich alle Holzarten gefräst werden. Allerdings sollte man darauf achten, dass das Holz wenig Astlöcher aufweist, da diese aufgrund ihrer Härte den Fräskopf zerstören können. das Holz ausreichend getrocknet und hart genug zum Einspannen ist – sonst entstehen unschöne Abdrücke. Weiches Holz wie Kiefer, Fichte oder Lärche werden beim Fräsen jedoch anders behandelt als hartes Holz wie Eiche, europäische Kirsche oder europäischer Nussbaum. Das gilt fürs Einspannen, den Vorschub und die Drehgeschwindigkeit des Fräskopfes. So dürfen beispielsweise Werkstücke aus weichem Holz nur vorsichtig festgespannt werden, um Abdrücke im Material zu vermeiden.